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500 Jahre Reformation

500 Jahre Thesenanschlag: Bandbreite der Freiheit des christlichen Glaubens

(c) Dekanat C.WeiseKirchenchor Kettenbach singt bei Evangelischer MesseKirchenchor Kettenbach singt bei Evangelischer Messe

Die Einen feierten ab früh morgens um 8:00 Uhr mit Luthers Morgensegen und feierten den ganzen Tag bis zum Abend, andere nutzten die Abendstunden um den 500. Reformationstag auch ökumenisch zu feiern. So gab es in der Region den ganzen Tag über Gottesdienste, Luther-Feste, Lutherdiner, Andachten, Kinder-Musicals und Konzerte zur Feier des 500. Reformationstages.

Evangelische Messe nach der Ordnung Martin Luthers

 

In Aarbergen-Kettenbach erlebten die evangelischen und auch katholischen Christen eine Evangelische Messe nach der Tradition von Martin Luther. Pfarrer Dr. Heiko Wulfert erklärte, dass Luther auch im Gottesdienst etliches reformieren wollte. Kerzen, Abendmahl mit Brot und Wein, Weihrauch (den ließ Wulfert schweren Herzens weg), eine gesungene Liturgie und den Mensa-Altar, bei dem der Liturg hinter dem Altar steht und zur Gemeinde blickt.

„Musealer Gottesdienst“

„Dieser Gottesdienst hat etwas Museales“, sagte Wulfert. „Wir gehen ins Museum, um die Vergangenheit zu betrachten, für die Gegenwart zu lernen, und es in der Zukunft kräftig umzusetzen.“

Der Kirchenchor eröffnete den Gottesdienst mit dem wohl bekanntesten Lied Martin Luthers: „Ein feste Burg ist unser Gott“. Dieser Choral ertönte sowohl in den Andachten und Gottesdiensten in der Region, als auch deutschlandweit um 15.17 Uhr durch Posaunenchöre, so auch vom Posaunenchor Well Blech Niedernhausen.

Pfarrer Dr. Wulfert erklärte, der Gottesdienst müsse nach Luthers Verständnis „etwas Lebendiges sein. Er brauche Freiheit, und die Menschen seien es, die den Gottesdienst bestimmen.“

Wulfert ging in seiner Predigt, die er frei stehend im Altarraum hielt, auf Luthers zentrale Erkenntnis ein: Nämlich der Frage, wie man vor Gott gerecht werden könne, wenn man wisse, dass „ihr alle Sünder seid“. Dieser Satz klinge nicht mehr zeitgemäß, so Wulfert. Luther hatte zu seiner Zeit erkannt, dass der Mensch ganz ohne Werke vor Gott gerecht wird. Ein Paukenschlag in einer Zeit, in der man sich Gott als Richter und strafenden Gott vorstellte, der unablässig Werke forderte und die Menschen ständig in der Angst lebten, nicht vor Gott bestehen zu können.

Wulfert formulierte die zentrale Aussage der Reformation für die Menschen des 21. Jahrhunderts wie folgt: „Mit meinen Fehlern bin ich ein von Gott geliebter Mensch.“

Eine entscheidende Erkenntnis Luthers war, dass jeder direkt und persönlich, ohne Umwege über Priester, einen direkten Kontakt zu Gott haben konnte. Das war für ihn die Hauptmotivation, die Bibel ins Deutsche zu übersetzen.

„Es tut uns leid, dass die Christenheit so geteilt erscheint“

Luthers eigentliches Ziel war es - das wurde in allen Gottesdiensten, Andachten und Festivitäten betont - den Glauben und die Kirche wieder lebendig zu machen. Eine neue Kirche wollte er niemals gründen. „Es tut uns leid, dass die Christenheit so geteilt erscheint“, sagte Pfarrer Heiko Wulfert „Jesus betete um Einheit“, machte Wulfert klar. Es könne bei den Feiern des Reformationstages nur darum gehen, dass Christen zeigen, dass sie einen „gemeinsamen Boden, einen gemeinsamen Herren und eine gemeinsame Christenheit auf dem Weg zu Christus sind“.

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