Norbert Feick sagte in seiner Antrittspredigt, dass man immer öfter „mit massiven Formen von Hass und Hetze gegen Einzelne oder ganze Gruppen im realen, wie auch im virtuellen Leben“ konfrontiert werde. „Ich erlebe, dass Menschen, aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung die Würde abgesprochen wird. Aber die christliche Nächstenliebe differenziert nicht, sie gilt uneingeschränkt allen Menschen“, machte Feick in der sehr gut besuchten Kirche St Peter Berg in Bleidenstadt deutlich.
Er stehe Seite an Seite mit denen, die solche Werte teilen. „Persönlich fühle ich mich verbunden mit allen, die die Freiheit unserer Gesellschaft bewahren, die Menschenrechte schützen und die menschliche Vielfalt als Bereicherung begreifen.“ Feick betonte: „Jesus hat die „Komfortzone“ der frommen Gesetze und pharisäischen Vorschriften verlassen. Jesus isst mit Sündern, ekelt sich nicht vor Aussätzigen, achtet Frauen und Männer gleichermaßen, beschreibt den ausländischen Samariter als leuchtendes Vorbild für gelebte Nächstenliebe.“ Als neuer Dekan ermutigte er gemeinsam mit den Menschen in den Kirchengemeinden eine Haltung der Versöhnung zu leben, diakonisch zu Handeln und „unnötigen Ballast abzugeben.“ Der gebürtige Vogelsberger warb für „freudigen Mut“ und eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit. „Ich stärke Ihnen dabei gerne den Rücken“, sagte er zu den Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen Mitarbeitenden in Kirche und Diakonie. „Lassen Sie uns gemeinsam ausprobieren, wie wir die Komfortzone verlassen können und uns zu den Menschen begeben können.“
Propst Stephan Arras hatte in seiner Ansprache deutlich gemacht, dass Feick mit seiner Frau Renate die „Komfortzone“ im Odenwald aufgegeben habe, um sich neuen Aufgaben im Rheingau-Taunus zu stellen. Das bedeute auch, Sicherheiten zu verlassen. Man hänge als Mensch oft an Orte und Umständen, vor allem, wenn es einem gut gehe. „Du hast Dich aufgemacht, lasst euch auf das Abenteuer ein, Gott zu vertrauen“, sprach Arras dem 54-jährigen zu. „Mit Gott auf Du und Du“, das sei das Ziel christlicher Existenz. „Niemand kann den Zugang zu Gott verwehren, niemand kann uns die Eintrittskarte Gottes wegnehme“, so das Mitglied der Kirchenleitung.
Der anschließende Empfang wurde zu einem fröhlichen und sehr bewegenden Fest. Katholische Kirche und die regionale Diakonie begrüßten den neuen Dekan und freuten sich auf eine enge Zusammenarbeit. Die Regionen stellten sich mit selbstgeschriebenen Liedern und Hymnen vor und brachten die ganze Kirche zum Tanzen.
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