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Hungersnot im Süd-Sudan

Kreisbauernverband und Evangelische Kirche starten Spendenaktion für Süd-Sudan

(c) Paul JeffreyKinder erhalten Essen im SudanKinder erhalten Essen im Sudan

Im Süd-Sudan leiden mehr als sechs Millionen Menschen Hunger. Zu immer wieder aufflammenden Kämpfen ist auch noch eine lang anhaltende Dürre dazu gekommen, so dass die Regierung gezwungen war, eine Hungersnot auszurufen. „Am liebsten hätten wir sofort 20 Tonnen Weizen in den Süd-Sudan geschickt“, hatte Kreisbauernverbandsvorsitzender Thomas Kunz beim diesjährigen Kreiserntedankfest gesagt. „Das wären umgerechnet 50.000 Brote gewesen“, so Kunz.

Doch Logistik, Korruption und der Bürgerkrieg machen das unmöglich. Zudem wolle man die örtlichen Märkte stärken. So haben sich der Kreisbauernverband (KBV) entschieden den Gegenwert von 20 Tonnen Weizen für den Süd-Sudan zu spenden. Der Verband hat sich ferner mit dem Evangelischen Dekanat Rheingau-Taunus zusammengetan. Beide riefen am 11. November die Spendenaktion „Nahrung für den Süd-Sudan“ aus.

„Der Martinstag erinnert uns daran, dass St. Martin seinen Mantel mit einem Menschen in Not teilte. Wir wollen einen Teil unseres Wohlstandes dazu spenden, damit Menschen in der Hungerregion des Süd-Sudan etwas zu essen bekommen“, so Dekan Klaus Schmid. Das Evangelische Dekanat Rheingau-Taunus hat auf der Synode seinen Kirchengemeinden aufgerufen eine freie Kollekte zu Gunsten der Aktion zu verwenden.

Ärmste Länder der Welt

„Der Süd-Sudan gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit 2013, gerade einmal zwei Jahre, nachdem er Unabhängigkeit vom Sudan erlangt hat, wird er von einem Bürgerkrieg erschüttert. Daran hat auch das Friedensabkommen von 2015 nichts geändert. Auf der Suche nach Schutz ist inzwischen jeder fünfte Südsudanese auf der Flucht innerhalb seines eigenen Landes oder ins Ausland, das sind 2,7 Millionen Menschen. Zudem kam es auch in diesem Jahr aufgrund wiederkehrender Dürren zu dramatischen Ernteausfällen. Millionen Menschen leiden an Hunger. Durch die Nahrungsmittelknappheit sind inzwischen knapp sechs Millionen Südsudanesen unzureichend ernährt, darunter hunderttausende Kleinkinder und fast jede dritte schwangere und stillende Frau. Die Preise für Nahrungsmittel steigen, viele Familien können sich das Schulgeld nicht mehr leisten und lassen ihre Kinder zu Hause, der Bildungsstandard sinkt dadurch. Staatliche Strukturen sind weitgehend zusammengebrochen. Da die Infrastruktur unterentwickelt ist und Straßen in der Regenzeit oft unpassierbar sind, werden auch Hilfstransporte erschwert“, erklärt die Ökumenebeauftragte, Pfarrerin Heike Beck.

Schulspeisungen und Lebensmittellieferungen

Kunz und Schmid rufen die Menschen in der Region und die Kirchengemeinden dazu auf, für die Aktion zu spenden. Unterstützt werden damit Hilfsprojekte der Diakonie-Katastrophenhilfe, die dort in verschiedenen Teilen des Südsudans Projekte unterhält. Die Projekte beinhalten unter anderem Direkthilfen an die Hungernden wie Schulspeisungen für 12000 Kinder im Landkreis Cueibet oder Lebensmittellieferungen im Bundesstaat Eastern Equatoria. Unterstützt wird auch die langfristige Hilfe zur Selbsthilfe, etwa mit Schulungen in Modellgärten, Modellfarmen für Geflügelzucht oder für spezielle Anbautechniken in Dürregebieten.

Spenden werden auf das Spendenkonto, das das Evangelische Dekanat eingerichtet hat, erbeten: Evangelisches Dekanat Rheingau-Taunus, Stichwort: „KBV-Spende Süd-Sudan“
NASPA, IBAN: DE 41 5105 0015 0366 0667 64

 

 

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